A.1713

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2020

#StudioFashionDesign #Master-Thesis


Die Freiheit liegt im Spielraum. Dieses Projekt ist eine Arbeit am Anzug, mit dem Ziel des Aufbrechens des Statischen, hin zu einem spielerischen, modularen Umgang mit dem vorhandenen System. Modularität bedeutet dabei die Möglichkeit der Herauslösung oder der Verschiebung eines Elementes, welches ein Bestandteil des Ganzen, hier des Anzugs, ist. Das gestaltete Anzug-System bildet schlussendlich einen neuen Spielraum und mehr Flexibilität für den Träger und Gestalter.

Modularität bedeutet Lebendigkeit und Wandel für den Gestalter in seiner Arbeit, wie vor allem aber auch für den Träger in der Benutzung. Durch die Aufbrechung des Anzugs in verschiedene Elemente, wie beispielsweise die Lösung des Innenfutters, der Innen- und Aussentaschen, der Ärmel und des Revers, wird der Anzug wandelbarer und leichter.

Es steht ein Experiment am Anzug. Der Aufbruch ohne den Verlust der Form ist das Ziel, denn der Anzug soll wieder modern werden, aufgebrochen und doch formbezogen.


Die Einzelteile müssen dabei in ihrer Verarbeitung die Trennbarkeit von Komponenten bedenken. Beispielsweise sind Reissverschlüsse zu vermeiden und Knöpfe oder Schnürungen zu bevorzugen, da diese leichter trennbar, austauschbar und reparierbar sind.

Der Schnitt soll des weiteren die Bewegungsfreiheit unterstützen und die konventionelle Konstruktion verschieben und auftrennen.


Ein einheitliches Mass mit weniger Konfektionsgrössen, großzügigen Schnitten wird für möglichst viele Elemente angestrebt, so werden Kombinationen untereinander ermöglicht. Denn der Kleiderschrank braucht Vielfalt und Variationen.

A.1713 plädiert weiter für den Müssiggang und das Spiel. Gesucht wird das Spielerische, das Labyrinthhafte in einem neuen modularen, aufgebrochenen Charakter, um so einen neuen Anzug im Spiel und zum Spiel im öffentlichen Raum zu gestalten.


Ein moderner Flaneur, ein neuer Müssiggänger entsteht.

«Weil es so glamourös ist, das Herumstreifen an seltsamen Orten, wo einen absolut keiner kennt. Und keiner weiß, was genau man da will. (...) Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund, (...) außer man geht einer Beschäftigung nach, die es eigentlich gar nicht mehr gibt: dem Müßiggang.»
Christian Kracht, Faserland

Mentorat:

Prof. Priska Morger,

Wally Salner,

Prof. Dr. Bettina Köhler

, Studio Fashion Design

Prof. Dr. Jörg Wiesel

, Institut Ästhetische Praxis und Theorie​