Inter_Body_Space

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2020

Eine Neuinterpretation einer performativen Modepräsentation am Beispiel von funktionaler Mode

#StudioScenography #Master-Thesis


Alessandra di Santo entwickelte in ihrer Masterthesis eine Neuinterpretation der Modedarstellung durch greifbare physische Strickmode, die sich gegen das System von «Fast Fashion» stellt. Diese Modepräsentation setzt sich mit essentiellen Fragen der Mode auseinander. Braucht es morgen noch physische Kleider? Wie werden wir Menschen morgen Mode einkaufen? Aus diesen Fragen haben sich räumliche Veränderungen in der Anordnung der Modebühne und des Publikumsraumes entwickelt. Es entsteht eine Vermischung bis hin zur Aufhebung der räumlichen Grenzen zwischen Publikum, Models und Mode.

Modepräsentationen sind seit den 1960er-Jahren zu gesellschaftlichen Ereignissen geworden, die Veränderungen im sozialen, ökologischen, technologischen und handwerklichen Bereich der Mode massgeblich beeinflusst haben. Sie sind performative und künstlerische Interventionen zu gesellschaftlichen Themen geworden, die einen sozialen Austausch fördern. Die Vorstellung, dass Modepräsentationen nur das blosse Inszenieren von Mode zum Zweck haben, ist durch das Aufkommen von Modezeitschriften und die heutige globale Digitalisierung überholt. Modepräsentationen sind gestalterische Instrumente einer Idee oder einer Vorstellung. Das Internet hat die Möglichkeiten, wie Menschen mit Mode interagieren, ins Unendliche erweitert.

Die Modeschöpfung gegebener und realer Strickmode-Unikate ihrer Kommilitonin Catarina Cardinale sind Inspirationsquellen der massgeschneiderten und unikalen Modepräsentation von Alessandra Di Santo. Dabei werden die essenziellen Fragen, etwa ob es in der Mode künftig noch physischer Kleider bedarf oder wie die Menschen in Zukunft Mode einkaufen werden, im Fokus stehen. Aus diesen Fragen haben sich räumliche Veränderungen in der Anordnung der Modebühne und des Publikumsraumes entwickelt, dem sogenannten Moderaum.

Es entsteht eine Vermischung bis hin zur Aufhebung der räumlichen Grenzen zwischen Publikum, Models und Mode. Das Publikum versteht sich neu als Teil des Ganzen. Durch weisse Uniformen, das Mitlaufen im Moderaum, das Mithelfen beim An- und Ausziehen der Models, das aktive Beleuchten der Models, die Wahrnehmung über verschiedenen Sinne und das virtuelle Anziehen der Modeteile nimmt das Publikum aktiv und immersiv am Modegeschehen teil.

Inter_Body_Space (Master-Thesis and movie by Alessandra Di Santo)

Mentorat:

Prof. Andreas Wenger, Studio Scenography & Exhibition Design,

Ruth Scheel, Studio Scenography & Exhibition Design

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Martina Ehleiter

, Studio Scenography & Exhibition Design