lac

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2020

#StudioIntegrativeDesign #Master-Thesis


Kunststoffe prägen unsere Gesellschaft seit den 1950er Jahren und werden unser Zeitalter als Sedimente überdauern. Immer noch ermöglichen diese menschengemachten Stoffe gestalterische Freiheit und industrielle Massenproduktion. Das globale Problem der daraus resultierenden Abfallbeseitigung lässt sich jedoch mit der Idee unberührter Natur, die als Zufluchtsort vor menschlichen Aktivitäten bewahrt werden soll, längst nicht mehr vereinen. «lac» erforscht pflanzlich basierten Kunststoff im textilen Anwendungsbereich und sein Potenzial als langlebige und biologisch abbaubare Alternative.

Der Titel dieser Masterarbeit lautet lac und umrahmt das Thema dieser Arbeit. Denn auf der einen Seite bezeichnet lac eine milchige Flüssigkeit, die von einem Säugetier oder einer Pflanze stammt (lateinisch), und andererseits See (französisch). Mit Milch als Rohstoff wurde zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts ein Material hergestellt, das als Galalith bekannt wurde. Dieses Material diente als billiger Ersatz für tierische Rohstoffe wie Elfenbein, Horn oder Schildpatt und war eines der ersten Kunststoffe.

Diese Masterthesis experimentiert mit Kunststoffen auf pflanzlicher Basis und zielt darauf ab, Lösungen für Textilien aus synthetischen Fasern anzubieten, die nicht auf fossilen Rohstoffen basieren und biologisch abbaubar sind. Mit Polymilchsäurefasern, die aus Stärke gewonnen werden, in Kombination mit in der Schweiz angebauten Flachsfasern entsteht ein Materialarchiv.

Kunststoffe sind nicht nur Abfall, der unseren Traum von der perfekten Natur zerstört, sie kommen auch aus dieser Natur und können sich auf andere Weise als als Abfall in die Umwelt integrieren.

Mentorat:

Susanna Hertrich

, Studio Integrative Design

Jennifer Keusgen

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Dr. Ralf Michel

, Studio Integrative Design