Mesagkala Verstehen

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2019

Ein Glossar für das Beobachten von (In)Formalität

#StudioScenography #Master-Thesis

Die griechische Feriensiedlung Mesagkala ist eine Akkumulation von persönlichen Erfahrungen, kulturellen Manifestationen und sozio-politischen Tendenzen, die sich alle an diesem einen Ort niederschlagen. Die Arbeit versucht sich der Anatomie dieser (In)Formalität durch Beobachtung und Aufzeichnungen anzunähern um möglicherweise unentdeckte Regularien festzustellen.

Die Untersuchung entwickelt sich entlang gestaltungsrelevanter Fragen. Wie kann eine Fülle der oben genannten Bedingungen, die sowohl in die Planung eines Gebäudes einfließen als auch daraus resultieren, effektiv abgebildet werden? Wie geht man mit Entwürfen von Nicht-Architekten um, nicht nur als Beispiel für Spontanität, sondern als Instrument, um eine unentdeckte Formalität zu dokumentieren, zu diskutieren und zu bewerten? Und wie können Designer arbeiten, um die tatsächlichen Gewohnheiten, Bedürfnisse und Wünsche der Menschen zu erforschen um darüber hinaus individualisierten Lebensformen Gestalt zu verleihen?

Die Untersuchung der (in)formellen Elemente in den Wohngebäuden und allgemein in Wohnsiedlungen zielt nicht darauf ab, als Musterbeispiel für Spontanität und Design-Ehrlichkeit aufzutreten. Dies wäre eine Empfehlung zur Reproduktion einer Ästhetik, die möglicherweise von den tatsächlichen Bedingungen, die sie befeuert, losgelöst wird. Andererseits ist es unangebracht sie zu ignorieren und anzunehmen, dass die gebaute Umwelt, die daraus entsteht, unästhetisch, unterzeichnet und daher "hässlich" ist – gerade weil die (un)autorisierte Praxis weit verbreitet und mit der Wohnästhetik in Griechenland verbunden ist.

Die Beschreibung (un)autorisierter Praktiken erfordert eine gleichzeitige Diskussion über soziale, politische und ästhetische Fragen der griechischen Idiosynkrasie und liefert interessante Anmerkungen zu Fragen, die das Verhältnis der Griechen zur Politik, zum Gesundheitssystem, zur Art und Weise und zur Nutzung des öffentlichen Raums betreffen - den privaten Raum und Raum in der Wahrnehmung von Begriffen wie "Staat" und "Polity". Es handelt sich hierbei um ein weiter gefasstes Thema, das durch das Forschungsobjekt der Arbeit angeregt wurde, und bestätigt, dass das Inbesitznehmen eines Gebäudes Interpretation, Anpassung, Modifikation, Transformation, Auswahl und Ablehnung bedeutet. Die Herausforderung ist die Anerkennung dieses Verfahrens als ein Prozess tieferer Ursachen, der die Grenzen von Architektur und Design überschreitet. Die Architektur hat jedoch konkrete Merkmale, und die Beständigkeit der Konstruktion bietet den Vorteil der Wiederholung, Überprüfung und Revision.

Durch die Art und Weise, wie die Elemente "Skala", "Panosikoma", "Stegi", "Trochospito" und "Idio-Architektur" die Residenz bilden, besitzt Mesagkala den variablen Charakter eines auf Veränderungen ansprechenden Hintergrund. Potentiell könnten die obigen Elemente entfernt, verlängert, anders platziert und im Extremfall vom Grundvolumen des Wohnsitzes gelöst werden. Diese Möglichkeit schafft eine Umgebung von Spiel und Experiment, die sich nach den persönlichen Wünschen und Referenzen richtet.

Mentorat:

Prof. Andreas Wenger

, Studio Scenography & Exhibition Design

Prof. Armin Blasbichler

, Studio Integrative Design

Alexandra Alexopoulou, Apostolos Kalfopoulos

, Architekten