Pretty Ugly

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2022

Neudefinition des ästhetischen Kontexts eines Einkauftrolleys

#StudioIndustrialDesign #Master-Thesis


Ästhetik ist eine komplizierte Angelegenheit. Schönheit und Hässlichkeit ergeben sich als Konzept aus Persönlichkeit, Kultur und Zeitgeist. Sie sind ebenso mehrdeutig wie instinktiv eindeutig.

Mit ihrer Masterthesis hat sich die Industrie Designerin Hanne auf eine persönliche Reise begeben, um ihre Wahrnehmung von Schönheit zu verstehen. In ihrer Arbeit setzt sie sich theoretische und experimentelle mit dem begriff der Schönheit auseinander, indem sie einen Einkaufstrolley neu gestaltet. Ein Produkt, das Hanne grundsätzlich als provozierend hässlich empfindet. Ein Produkt, dass sie lieber nicht nutzt, obwohl dessen Funktionalität sehr vorteilhaft sein kann.


Designer:innen werden in ihrer Praxis oft mit den Idealen der Schönheit konfrontiert. Während die Herstellung eines funktionalen Objekts ein recht geradliniger Prozess ist, ist das Aussehen alles andere als zielorientiert. Durch ihr exemplarisches Streben nach Schönheit kommt Hanne zu dem Schluss, dass Ästhetik durch den Kontext des Objekts definiert wird: seinen gesellschaftlichen Wert, den wir ihm zuschreiben (Farben, Materialien, andere Kund:innen, wer es hergestellt hat). Um etwas Hässliches in etwas Schönes zu verwandeln, muss man daher die Erzählung des Objekts neu gestalten. Designer:innen werden zu Erzähler:innen ihrer Kreationen, und jeder Designprozess verlangt von ihnen, ihr Konzept von Schönheit aktiv zu überdenken.


Mit dem neu gestalteten Einkaufswagen hat Hanne genau das getan. Das Ergebnis lädt Betrachter:innen ein, das persönliche Konzept und Verständnis von Schönheit zu hinterfragen und stösst eine Diskussion an, die in der Designdisziplin aufgrund ihrer Subjektivität häufig zu kurz zu kommen scheint: Ist es schön?

Mentorat:

Werner Baumhakl

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Meret Ernst

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Ralf Trachte, Nicole Schneider, Alfredo Häberli

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