Integrative Design - - Essays and Projects on Design Research

Hydrofix


Ein offener, designorientierter Ansatz kennzeichnet das Kooperationsprojekt mit dem Arbeitstitel "Hydrofix". In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IWU Dresden wurden Grundlagen für eine spezielle Form des Hochdruck-Innenumformens (HDU) entwickelt. Gleichzeitig sind designorientierte Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die daraus resultierenden neuen kulturellen Kontexte in Produktion und Nutzung selbst Gegenstand langfristiger Forschungsbemühungen.


Zuschnitte aus flachen Blechen werden durch Druckeinführung verbunden und gedehnt. Dieses kostengünstige Verfahren zur Herstellung von Zinnhohlkörpern bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der dezentralen Fertigung und der digitalen Fertigung. In diesem Projekt wurden erste technologische Grundlagen für ein Prinzip der entfaltbaren, ineinandergreifenden inneren Versteifung entwickelt. Die experimentelle Formentwicklung und Modellierung mit einer Vielzahl von Materialien und Medien erwies sich als zweckmäßig, um einen Rahmen für die spätere Anwendung technischer Arbeitsmethoden und Innovationsmethoden (einschließlich numerischer Simulation) zu verbreiten. Basierend auf dieser designorientierten Entwicklung könnte eine Gruppe von Akteuren (Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Privatpersonen) zusammengebracht werden, um Folgeprojekte zu verschiedenen Themen zu entwickeln, darunter: Design und technische Grundlagen für die digitale Produktion, Definition von Standards und Strukturklassen für unterschiedliche mechanische Anforderungen sowie Entwicklung und Veränderung von Kompetenzen und Rollen von Stakeholdern (Entwicklung, Produktion, Verwendung / Verbrauch). Diese Art von offenem Design hat ein einzigartiges Merkmal: Der Anfang und in frühen Phasen des Innovationsprozesses wird vom Design bestimmt, insbesondere von einem Materialprototyp, der einen ästhetischen Ansatz für technische Fragen verkörpert.


Der qualitative Entwicklungsschritt kann den Ansatz der beteiligten Akteure erweitern und erschließen - auf räumlicher, persönlicher, zeitlicher und methodischer Ebene. Die im Entwurf von Anfang an entwickelte Erweiterbarkeit und Durchführbarkeit schafft auch neue Sinnzwecke und Sinnstrukturen. Dieses Verfahren ist inhärent in den kognitiven Experimenten, die die kognitive Produktion auf Objekt-, Prozess- und Strukturebene induzieren. (Siehe Krippendorffs "Ökologie der Artefakte"). Die im Projekt angefertigten Objekte verkörpern nicht nur technische Lösungen. Gleichzeitig verwirklichen sie auch die gegenseitige Anerkennung verschiedener Akteure und Kompetenzen in einem möglicherweise offenen Kooperationsprozess. Die Umsetzung nachhaltiger und wünschenswerter Zukunftsszenarien für Arbeit, Produktion und Nutzung ist kein Automatismus. Es erfordert die ständige Designer-Reflexion von Zwischenschritten in einem möglicherweise unendlichen Prozess der Gestaltung neuer Möglichkeiten. Das Projekt ist als offenes Design im Sinne einer zeitlichen und räumlichen Offenheit konzipiert.


Model of a design variant made of laser-cutted plastic plates and cardboard.