SafeTool

Human Centered Design and Humanitarian Aid


Konflikte in Ostafrika führen dazu, dass Menschen ihre Heimat verlassen oder unter schwierigsten Umständen in Gegenden ohne Infrastruktur ausharren. Wesentliche Grundbedürfnisse wie Nahrung, sauberes Trinkwasser, sichere Unterkünfte und medizinische Versorgung sind in solchen Konfliktsituationen meist unerfüllt. Die Konsequenz ist ein Leben an der Sterbensgrenze.


Hilfsorganisationen setzen sich in verschiedenen Bereichen für notleidende Menschen ein. Im Sektor Unterkunft und Infrastruktur verteilen sogenannte «Emergency Response Teams» lebenswichtige Güter, wie Decken, Moskitonetze, Plastikplanen und Kochutensilien. Potenziell gefährliche Werkzeuge wie Macheten und spitze Messer werden nicht abgegeben. Zu hoch ist das Risiko, dass bei Auseinandersetzungen das abgegebene Werkzeug als Waffe verwendet wird. Folglich können Menschen, denen nach Flucht oder Plünderung Werkzeuge fehlen, bisher nicht mit dringend benötigten Hilfsmitteln ausgerüstet werden.


Field test in South Sudan with the prototype «Tool green», February 2018

Development of SafeTool prototypes, November 2017

Das Projekt SafeTool reagiert auf dieses Bedürfnis im Südsudan und in anderen Krisenregionen mit dem Ziel, Werkzeuge bereitzustellen, mit denen notleidende Menschen aus landesüblichen Materialien eigenhändig Unterkünfte errichten und reparieren können – Hilfe zur Selbsthilfe. Dieses Werkzeug muss so gestaltet sein, dass es bei gewalttätigen Auseinandersetzungen möglichst nicht als Angriffswaffe missbraucht werden kann.


Das Design- und Forschungsteam designforone.world der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel entwickelt in enger Kooperation mit der Nothilfeorganisation Medair, Betroffenen im Südsudan, Rechtsmedizinern und anderen Fachpersonen das SafeTool genannte Nothilfe-Werkzeug.


Nach einem Jahr Vorarbeit wurden im Februar 2018 zwei SafeTool-Prototypen von Südsudanesinnen und Südsudanese und von Fachpersonen der humanitären Nothilfe sowie vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern getestet und begutachtet.


Aufgrund der Ergebnisse dieser Tests wird aktuell das Werkzeug überarbeitet und mit Medair die Implementierung in den «Shelter and Non-Food Item Cluster» im Südsudan und in weitere Cluster vorgenommen.


Das SafeTool soll möglichst bald zusammen mit weiteren lebenswichtigen Gütern in Krisenregionen grossflächig abgegeben werden können und notleidende Menschen (besonders Frauen) entlasten.

Förderinstitution:

Projektleitung:

Forschungsteam:

Manuel Wüst, Patrick Müller

Forschungspartner:

Laufzeit:

  • 2017 - ongoing